Burgfest ist eine Homepage wert

Hilpoltstein (mfr) Burgfestgänger, die nach der letzten Maß Bier noch nicht genug vom Feiern haben, können sich das Festgeschehen jederzeit auf den heimischen Computerbildschirm holen. Bilder, Videos und allerhand Informationen rund um das Burgfest sind nämlich auf einer privaten Burgfest-Homepage im Internet abrufbar.

Burgfest ist eine Homepage wert

Bild: Eine eigene Internethomepage hat Sebastian Kraußer dem Burgfest gewidmet. Im Bierzelt verteilt er selber erstellte Karten, mit denen
er auf seine Seite aufmerksam macht. -
Foto: Frömter

Nach dem Fest ist vor dem Fest: Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude – besonders auf die fünfte Hilpoltsteiner Jahreszeit. Um diese Wartezeit etwas zu verkürzen, stellte der Hilpoltsteiner Sebastian Kraußer eine Homepage rund um das Burgfest ins Internet. Seine Kontakte reichen mittlerweile bis nach Amerika: Dort freut sich Kai Matthes auch jedes Jahr auf das Burgfestwochenende. "Ich bin vor drei Jahren nach Amerika ausgewandert, fliege aber jedes Jahr im August nach Hilpoltstein, um mit meinen Freunden das Burgfest zu feiern", sagte Matthes. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gibt es zwar so ziemlich alles, aber Burgfest feiern kann man dort nicht. Deshalb überkommt Matthes hin und wieder ein gewisses Burgfestheimweh. Dank moderner Technik ist der Draht nach Hilpoltstein nur ein paar Mausklicks entfernt: Im kalten Januar dieses Jahres gab Matthes schließlich "Burgfest Hilpoltstein" in eine Internetsuchmaschine ein und befand sich binnen weniger Sekunden mitten im virtuellen Burgfestgeschehen.

Zahlreiche Bilder und Videos aus dem Bierzelt und vom Festgeschehen sorgten in Boston für kurzweilige Unterhaltung. "Die Stimmung kam absolut gut rüber und es wurden angenehme Erinnerungen geweckt, mit denen sich die Zeit bis zum nächsten August gut überbrücken lässt", sagte Matthes. Als er eine lobende Notiz im Gästebuch der Homepage schrieb (Ortszeit Hilpoltstein: 3.35 Uhr), schliefen die Hilpoltsteiner noch tief und fest. Über den Eintrag aus Übersee freute sich Webmaster Sebastian Kraußer – der nicht minder vom Burgfestfieber befallen ist – am nächsten Morgen: "Für das Burgfest nehme ich mir immer Urlaub. Eigentlich wohne ich da schon fast im Bierzelt."

Nur zum Luftschnappen dreht der 22-jährige Softwareentwickler ein paar Runden über den Festplatz. Für ihn ist das Burgfest schon immer etwas ganz besonderes gewesen, auch wenn seine Familie nicht ganz so "burgfestnärrisch" ist. Schade fand er nur, dass es im Internet keine Homepage über das Burgfest gab: "Schließlich haben die Erlanger auch eine Internetseite über die Bergkirchweih." Und: "Das Burgfest ist unbedingt eine Homepage wert." Probleme sah Kraußer keine, eine solche Plattform ins Internet zu stellen. "Eine Homepage zu erstellen ist gar nicht einmal so schwer. Programmiersprachen wie HTML und PHP habe ich mir selber angeeignet", sagte er und legte kurzerhand ein paar Nachtschichten vor dem Computer ein. Pünktlich zum Burgfestfreitag 2005 schickte er seine Burgfestseite ins Netz.

"Ich habe klein angefangen und nur ein paar Bilder von unserer Clique online gestellt. Nach und nach kamen dann Videos und Informationsseiten dazu", so Kraußer. Noch am gleichen Abend hat er zusammen mit Freunden selber erstellte Informationskärtchen im Bierzelt verteilt. "Die Idee kam gut an und nach dem Burgfest konnte ich weit über 1000 Zugriffe auf meiner Seite feststellen."

Nach zwei Jahren hat das Interesse an Kraußers Seite nicht nachgelassen. Sein neuestes "Feature" ist ein Umfragebereich, wo über verschiedene Themen abgestimmt werden kann – beispielsweise wie viele Maß Bier getrunken wurden oder welcher Burgfesttag am besten gefallen hat. Natürlich baut Kraußer sein virtuelles Burgfest auch weiterhin aus und hofft auf breite Unterstützung. Bilder von anderen Burgfestbesuchern seien besonders gesucht, da er bisher nur auf eigene Schnappschüsse zurückgreifen kann: "Es ist schwierig, ständig mit der Kamera von einem Bierzelttisch zum anderen zu hüpfen, man will ja auch noch feiern."

Von Marco Frömter - DONAUKURIER